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Wild sein - wild essen

Wir sind alle ziemlich doof. Warum?

Zu Recht achten wir, und mit Sicherheit auch Du, auf eine ausgewogene, nahrhaft Ernährung. Deshalb wählen wir im Laden vielleicht eher das Bio-Obst und Gemüse und achten auf die regionale Herkunft und schauen, ob das, was wir gerne essen möchten auch noch gerade in Session ist. Doch das allerbeste finden wir außerhalb von irgendwelchen Supermarkt-Regalen...




Essbare Wildpflanzen wachsen direkt vor unseren Türen und sind ein Geschenk von Mutternatur. Mit dem Sammeln von Wildpflanzen finden wir einen direkten Kontakt zur Natur. Die Pflanzen, die Du ernten kannst, sind auf diese Weise immer super frisch, beziehen kurze Wege und weisen einen mega hohen Nährstoffgehalt auf. Außerdem bieten Wildpflanzen für Bienen und andere Insekten eine Futterquelle, im Gegensatz zu den Monokulturen, die unsere Landwirtschaft prägen. Ganz ohne Dünge Mittel, Pestiziden, Gentechnik oder Glyphosat, ja ganz ohne menschliches Eingreifen können essbare Wildpflanzen wachsen und gedeihen. Wir brauchen nur zuzugreifen. Dabei ist natürlich etwas Vorsicht geboten. Unsere Mutter Erde hat tolle Geschenke für uns, doch die Natur ist auch Meisterin der Täuschung. Die meisten Pflanzenarten haben Nachahmer, die ganz und gar ungenießbar oder sogar giftig sind. Deshalb ist es immer wichtig sich zu Informieren, möchtest du Wildpflanzen bestimmen.


,,Die wilde Natur schenkt uns ganz tolle natürliche Stärkungsmittel.‘‘ Dr. Markus Strauß

Ein Paar Tipps für Sammel-Anfänger*innen

Neben der Frage welche essbaren Wildpflanzen Du sammeln kannst und welche Wildpflanzen Du lieber stehen lässt, sind noch folgende Tipps hilfreich und wichtig:

  • Statte dich am besten mit einem Sammelmesser oder eine Schere aus.

  • Am besten nimmst du dir einen Jutebeutel, eine Papiertüte oder ein Körbchen zum essbare Wildpflanzen sammeln mit. In einer Plastiktüte würden die Pflanzen zu schwitzen anfangen und sich langsam zersetzten.

  • Sammle nie in Naturschutzgebieten oder ähnlichem.

  • Wildpflanzen am Straßenrand lässt Du besser stehen. Vermeide Pflanzen zu sammeln, die im direkten Umfeld von viel befahrenen Straßen und Wegen wachsen. Vermeide auch direktes Umfeld von Ackerflächen.

  • Informiere dich welche Planzen in deiner Region geschützt sind und lass sie stehen.

  • Nimm nur so viele essbare Wildpflanzen aus der Natur, wie viel du auch essen kannst.

  • Am besten nimmst du dir am Mittag bis Nachmittag Zeit zum Sammeln. Mit der stärkeren Sonneneinwirkung ist der Nährstoffgehalt der Wildpflanzen am höchsten.

  • Alles, was du an essbaren Wildpflanzen gesammelt, hast vor dem Verzehr gut waschen.

Nun weißt Du was zu beachten ist.


So bringst du essbare Wildpflanzen in Deine Küche

Hier stellen wir dir drei Wildpflanzen vor, die du essen kannst und Rezeptideen, die deine Mahlzeiten ganz exquisit werden lassen.

Die drei essbaren Wildpflanzen, die wir Dir näherbringen möchten, findest du auch auf unserem neuen Shirt: Mountain Meadows. Die Nummerierung der Wildpflanzen auf dem Shirt, mit der lateinischen Bezeichnung, kann dir bei dem Wildpflanzen erkennen in der Natur ein erster Anreiz sein.



Ganz im Sinne von Back to Nature
‚,Ich plädiere dafür einfach wieder in die archaische Urlogik zurück zugehen. (…) Wenn man die Menschheitsgeschichte anguckt und dann eben die Ernährungsgeschichte, dann kann man (…) sehen, dass wir eigentlich die ganze Zeit wilde Lebensmittel gegessen haben.‘‘ Dr. Markus Strauß

Holunder, Löwenzahn, Bärlauch und co.

8. Holunder - Sambucus
Holunder

Standort

Zu den natürlichen Standorten des schwarzen Holunders zählen halbschattige Waldränder und Lichtungen. Der Schwarze Holunder ist eher in etwas Tieferenlagen auffindbar, wären der Rote Holunder die etwas höheren Lagen bevorzugt.


Blüte- und Erntezeit

Holunder blüht zwischen Mai und Juli.

Holunderbeeren sind je nach Witterungsbedingungen etwa im August oder September erntereif.


,,Was viele gar nicht wissen wie viele tolle Sachen man daraus machen kann.‘‘ Eva Hoffmann über Löwenzahn
11. Löwenzahn - Taraxacum

Löwenzahn
Standort

Normalerweise wächst der Löwenzahn auf Wiesen, an Waldrändern, an Gehwegen und wild in Gärten.


Blüte- und Erntezeit

Löwenzahn blüht gelb im April bis Juni.

Die Blätter des Löwenzahnes erntest Du am besten im April bis in den Mai hinein.


6. Bärlauch - Alliumursinum
Bärlauch

Standort

Bärlauch wächst in krautreichen, schattigen Laubwäldern, auf sickerfeuchten Böden. Zum Beispiel im Wald in der Nähe eines Baches hast du gute Chancen auf Bärlauch zu treffen.


Blüte- und Erntezeit

Die Bärlauch-Saisson ist nicht allzu lang und beginnt je nach Witterung Ende März bis April. Die Erntezeit endet mit dem Blühen der Pflanze, ungefähr ab Mai.



Leckere Rezepte aus den essbaren Wildpflanzen: Holunder, Löwenzahn und Bärlauch findest Du hier:

Holunderpfannkuchen
  • 15 Holunderblüten

  • 200 g Mehl

  • 250 ml Milch (pflanzlich)

  • etwas Salz

  • 3 el Honig

  • 2 Eier/ kleine reife Bananen

  • etwas Öl

  • etwas Zimt und Zucker

Los geht‘s

  1. Holunderblüten vorsichtig waschen. Dann auf einem Küchentuch trocknen lassen und die Blüten abzupfen.

  2. Aus den restlichen Zutaten rührst du einen Pfannkuchenteig und lasst ihn etwas ruhen. Die Blüten vorsichtig unter den Teig heben, und die Pfannkuchen ausbacken. Dann kannst du sie mit Zimt und Zucker bestreuen und Dir und Deinen Freunden schmecken lassen.

Holunderbeerensaft 1l
  • 1,5 kg Holunderbeeren ohne Stiel (ausschließlich schwarze Beeren verwenden!)

  • 500 g Zucker

  • 1l Wasser

Los geht‘s

  1. Zuerst solltest Du die Holunderbeeren gründlich waschen und die Stängel entfernen.

  2. Das Wasser zusammen mit dem Zucker und Beeren in den Topf geben, zum Kochen bringen und so lange kochen, bis die Beeren platzen.

  3. Durch ein Sieb oder Tuch gießen, um Beerenhäute, Kerne etc. zu entfernen.

  4. Den Saft solltest Du daraufhin noch heiß in die dafür vorgesehenen Gefäße abfüllen.

Idee für Dich:

Optional kannst Du während des Kochvorgangs zusätzliche Aromen wie Zitronensaft oder Zimt hinzugeben oder zur Saftherstellung Holunderbeeren mit anderen vital stoffreichen Obstsorten kombinieren.

Löwenzahn-Lasagne

Für die Sauce:

Für Béchamelsauce:

  • 4 El Margarine

  • 4 El Mehl

  • ¾ Liter Milch/ Pflanzliche Milch

Außerdem:

Los geht‘s

  1. Den Löwenzahn und die Brennnesseln am besten waschen, trocken schleudern und dann kannst du sie fein hacken.

  2. Dann auch den Lauch putzen, waschen, in feine Streifen schneiden und in 1 EL Margarine anschwitzen. Die Kräuter dazugeben und zusammenfallen lassen. Die Tomaten etwas kleiner schneiden und untermischen. Alles offen bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen.

  3. Für die Béchamelsauce musst Du die restliche Margarine schmelzen, das Mehl darin anschwitzen. Die Milch Deiner Wahl unter Rühren zugießen und die Sauce 10 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

  4. Die Kräutersauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Mozzarella nach Belieben in kleine Würfel schneiden.

  5. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft vorheizen. Eine feuerfeste Form lagenweise mit Nudelplatten, Kräutersauce und Béchamelsauce füllen, dabei die Sauce wahlweise mit Mozzarella und Parmesan bestreuen. Zum Schluss verteilst du die restliche Béchamelsauce auf der Lasagne.

  6. Pack die Deine Lasagne in den heißen Ofen auf mittlerer Schiene und lass sie etwa 40 Minuten backen, bis sie weich und goldbraun ist.


Bärlauch Brotaufstrich
  • 100g Sonnenblumenkerne

  • 75ml Sojamilch (Sojadrink)

  • 50ml Öl

  • 20ml Zitronensaft

  • etwas Salz

Los geht‘s

  1. Als Erstes den Bärlauch waschen, gut trocknen lassen und anschließend fein hacken.

  2. Du musst als zweiten Schritt die Sonnenblumenkerne fein mahlen. Dann Sojamilch, Öl, Zitronensaft und Salz zu den Sonnenblumenkernen geben und gut weiter mixen, bis eine cremige Masse entsteht. Zuletzt gibst du den gehackten Bärlauch dazu und einfach noch ein bisschen weiter mixen.

  3. Mit Zitronensaft und Salz kannst du je nach Belieben deinen Brotaufstrich verfeinern und abschmecken.

Viel Spaß beim Reinfuchsen in die Welt der Wildpflanzen und kochen!





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